Darum geht es
Regelmäßig erzwungene Kennwortwechsel führen erfahrungsgemäß zu schwächeren Kennwörtern wie „Sommer2025!“, „Herbst2025!“. Microsoft und NIST empfehlen daher, Kennwörter nicht mehr ablaufen zu lassen und stattdessen MFA und eine Sperrliste schwacher Kennwörter zu nutzen.
Was passieren kann
Vorhersehbare Kennwortmuster erleichtern Angreifern das Erraten von Zugangsdaten; zudem steigen Helpdesk-Aufwand und Aussperrungen.
Schritt für Schritt
Stellen Sie vorab sicher, dass MFA für alle Mitarbeitenden aktiv ist, denn MFA ersetzt den Schutz durch Kennwortwechsel.
Öffnen Sie im Microsoft 365 Admin Center Einstellungen > Organisationseinstellungen > Sicherheit und Datenschutz > Kennwortablaufrichtlinie.
Aktivieren Sie „Kennwörter so festlegen, dass sie nie ablaufen (empfohlen)“ und speichern Sie.
Bei Synchronisation aus dem lokalen AD: Für synchronisierte Konten gilt die Kennwortrichtlinie des lokalen AD. Stellen Sie den Zwangsablauf auch dort ab.
Wenn Sie später eine neue Domain hinzufügen, wiederholen Sie die Einstellung, da neue Domains die Standardrichtlinie behalten.
Prüfen Sie per PowerShell, dass jede verifizierte Domain den Wert 2147483647 hat.
Hier finden Sie die Einstellung
- Microsoft 365 Admin Center (admin.microsoft.com)
- Einstellungen
- Organisationseinstellungen
- Sicherheit und Datenschutz
- Kennwortablaufrichtlinie
So prüfen Sie es selbst
Öffnen Sie den Klickpfad oben und sehen Sie nach. In Ordnung ist die Einstellung, wenn gilt:
Kennwörter laufen auf keiner verifizierten Domain zwangsweise ab
So prüft Auditspiegel es
Auditspiegel liest diese Einstellung bei jedem Scan automatisch und nur lesend aus Ihrem Tenant aus. Ist sie nicht erfüllt, steht sie im Bericht als Befund mit dieser Anleitung, dem Messwert, wo es einen gibt, und dem Klickpfad.
Für Ihre IT: per PowerShell nachsehen
Microsoft Graph PowerShell: Get-MgDomain | Select Id,IsVerified,PasswordValidityPeriodInDays; ändern mit Update-MgDomain -DomainId <domain> -PasswordValidityPeriodInDays 2147483647
Bezüge
- SCuBA-Baselines der CISA
- MS.AAD.6.1v1: Kennwörter laufen nicht ab
- BSI IT-Grundschutz-Kompendium (Edition 2023)
- ORP.4.A23: Regelung für passwortverarbeitende Anwendungen und IT-Systeme
- DSGVO Art. 32 Abs. 1
- lit. b: Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeit
- Microsoft Secure Score
- Zu dieser Einstellung gibt es eine Maßnahme im Microsoft Secure Score.
Die SCuBA-Baselines veröffentlicht die US-Behörde CISA gemeinfrei (CC0). Die Zuordnung der Bezüge stammt von uns; CISA, BSI und Microsoft prüfen oder empfehlen Auditspiegel nicht. Prüfkatalog von Auditspiegel, Bezug zu den SCuBA-Baselines in Version 2.0.0.