Darum geht es
Über das Azure-Portal, Azure PowerShell und die Azure CLI lassen sich weitreichende Änderungen vornehmen, oft auch mit Kostenfolgen. Diese Werkzeuge sollten nur mit Multifaktor-Anmeldung erreichbar sein, unabhängig davon, ob ein Konto Adminrechte hat. Microsoft verlangt dafür inzwischen selbst MFA (Azure-Portal und Entra Admin Center seit Oktober 2024, Änderungen über Azure CLI und Azure PowerShell seit Oktober 2025), ohne Möglichkeit zum Abschalten. Eine eigene Richtlinie legt zusätzlich fest, welche Methoden genügen, deckt auch lesende Zugriffe ab und macht den Schutz in Ihrem Tenant nachweisbar. Deshalb ist der Schweregrad gering.
Was passieren kann
Ein Angreifer kann über ungeschützte Verwaltungszugänge Ressourcen anlegen, Daten abziehen oder kostspielige Dienste starten.
Schritt für Schritt
Öffnen Sie im Entra Admin Center Entra ID > Bedingter Zugriff > Richtlinien und wählen Sie „Neue Richtlinie“ (oder „Neue Richtlinie aus Vorlage“).
Benutzer: „Alle Benutzer“. Schließen Sie unter „Ausschließen“ Ihre zwei Notfallkonten (Break-Glass) und, falls vorhanden, das Synchronisierungskonto von Entra Connect aus. Benennen Sie Notfallkonten eindeutig (z. B. notfall-01@<Ihr-Tenant>.onmicrosoft.com); weitere Ausnahmen für lizenzierte Konten wertet Auditspiegel als Lücke in der Abdeckung.
Zielressourcen: Einschließen > „Ressourcen auswählen“ > „Windows Azure Service Management API“. Eine bestehende Richtlinie für „Alle Ressourcen“ mit MFA erfüllt die Anforderung ebenfalls.
Gewähren: „Multi-Faktor-Authentifizierung erforderlich“ oder „Authentifizierungsstärke erforderlich“.
Aktivieren Sie die Richtlinie zunächst im Modus „Nur Bericht“ und werten Sie das Anmeldeprotokoll einige Tage aus. Achten Sie darauf, sich nicht selbst auszusperren.
Schalten Sie die Richtlinie danach auf „Ein“ und testen Sie mit einem betroffenen Konto in einem privaten Browserfenster.
Ohne Microsoft Entra ID P1 (oder ohne eigene Richtlinien) erreichen Sie diesen Schutz auch mit den Sicherheitsstandards (Security Defaults): Sie verlangen von jedem Benutzer MFA für Azure-Portal, Entra Admin Center, Azure PowerShell und Azure CLI. Einschalten unter Entra ID > Übersicht > Eigenschaften > „Sicherheitsstandards verwalten“; das geht nur, solange keine Richtlinie für bedingten Zugriff aktiv ist.
Hier finden Sie die Einstellung
- Microsoft Entra Admin Center (entra.microsoft.com)
- Entra ID
- Bedingter Zugriff
- Richtlinien
So prüfen Sie es selbst
Öffnen Sie den Klickpfad oben und sehen Sie nach. In Ordnung ist die Einstellung, wenn gilt:
Zugriff auf Azure-Verwaltungsportale erfordert Multifaktor
So prüft Auditspiegel es
Auditspiegel liest diese Einstellung bei jedem Scan automatisch und nur lesend aus Ihrem Tenant aus. Ist sie nicht erfüllt, steht sie im Bericht als Befund mit dieser Anleitung, dem Messwert, wo es einen gibt, und dem Klickpfad.
Fehlt Ihrem Tenant die nötige Lizenz, bewertet der Bericht die Prüfung nicht als Mangel, sondern nennt sie als „Lizenz fehlt“.
Für Ihre IT: per PowerShell nachsehen
Microsoft Graph PowerShell: `Get-MgIdentityConditionalAccessPolicy | ? { $_.Conditions.Applications.IncludeApplications -match '797f4846-ba00-4fd7-ba43-dac1f8f63013|All' } | ft DisplayName,State`Bezüge
- BSI IT-Grundschutz-Kompendium (Edition 2023)
- OPS.1.1.2.A16: Erweiterte Sicherheitsmaßnahmen für Administrationszugänge
- DSGVO Art. 32 Abs. 1
- lit. b: Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeit
Die SCuBA-Baselines veröffentlicht die US-Behörde CISA gemeinfrei (CC0). Die Zuordnung der Bezüge stammt von uns; CISA, BSI und Microsoft prüfen oder empfehlen Auditspiegel nicht. Prüfkatalog von Auditspiegel, Bezug zu den SCuBA-Baselines in Version 2.0.0.